Die Weidigschule als Umweltschule Hessens

Das Projekt „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ ist eine gemeinsame Initiative des Hessischen Kultusministeriums und des Umweltministeriums. Gewürdigt wird dabei auch die Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Unterstützt werden die Schulen in diesem Prozess vom Beratungsnetzwerk der hessischen Umweltbildungszentren und einer zentralen Landeskoordination. Auf ihrem Weg zur Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben werden den teilnehmenden Schulen Fortbildungen, Fachtagungen und persönliche Hilfestellung angeboten. Die Ausschreibung „Umweltschule“ gibt es in Hessen seit 1999 und richtet sich an jede Schulform. 2012 wurde die Initiative „Umweltschule“ von der Deutschen UNESCO-Kommission als „Offizielle Maßnahme der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

Die Butzbacher Weidigschule erhielt nach 2011, 2013 und 2015 zum vierten Mal in Folge für Ihre Arbeit im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung die Auszeichnung „Umweltschule“. Prämiert wurde in diesem Jahr vor allem die kontinuierliche Weiterentwicklung eines Teiles des Schulgartens als „Alpinum“, also einem besonderen Steingarten mit Alpenflora. Diese Erweiterung erfolgte durch die langfristig etablierte Schulgarten AG unter der Leitung von Herrn Schmidt.  Eine weitere Ecksäule der Auszeichnung bestand in der Optimierung des Schulkiosks „Esspunkt“ unter ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten. Eine Besonderheit dieses Projekts bestand darin, dass es aus einer Kooperation von Lehrern (v. A. Herrn Jakob) und Eltern (v. A. Frau Mulch und den Mitarbeiterinnen des „Esspunkt“) zusammen entwickelt und umgesetzt wurde und so weiten Teilen der Schulgemeinschaft zu Gute kommt.

Die Weidigschule ist damit eine von 101 hessischen Schulen, die von Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser als „Umweltschule“ ausgezeichnet wurden. „Die Umweltschulen machen einen tollen Job. Die Schülerinnen und Schüler lernen anschaulich, wie wichtig der Erhalt der Natur als unsere Lebensgrundlage ist“ lobt die Staatssekretärin des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Dr. Beatrix Tappeser.

Bei Fragen oder Anregungen zum Thema Umweltschule sowie bei Interesse an der Mitarbeit an den Themen wenden Sie sich bitte an den Umweltschulkoordinator Lothar Jakob (lothar.jakob@webz.wtkedu.de) der Weidigschule.

Übersicht über aktuelle Projekte

Wesensgemäße Bienenhaltung

An der Weidigschule werden mittlerweile 3 Bienenstöcke mit wesensgemäßer Bienenhaltung im Schulgarten bzw. Nachbargrundstück betreut und als langfristige Ziele haben wir uns gesetzt:

  1. Einbeziehung diverser Gruppierungen der Weidigschule in die wesensgemäße Bienenhaltung
  2. Bereitstellung von Information von SchülerInnen und Lehrkräften über die Aspekte des Bienensterbens
  3. Weiterentwicklung des Projekts mit dem Schwerpunkt: Leben an Land „Landökosysteme schützen und wiederherstellen, Artenvielfalt erhalten“.

Eine erste Honig- und Wachsernte hatten wir im Spätsommer 2018: Ernte, Verarbeitung und Verkauf von Honig und Wachs (in Form von eigens hergestellten Kerzen) gab es im Rahmen der Betriebssimulation des Politik & Wirtschafts-Unterrichts der Jahrgangsstufe 10, dazu wurde eigens die Schülerfirma ‚Honey‘n‘more GmbH‘ gegründet.

Das Projekt ‚Wesensgemäße Bienenhaltung‘ wurde durch Schülerinnen und Schüler mit einem Stand und einem Vortrag auf der MINT-Messe im hessischen Landtag vorgestellt und  mit dem 3. Preis des Proctor&Gamble Awards ausgezeichnet.

Pfand-Sammlung zur Unterstützung eine Partnerschule in Togo

Das Togo-Projekt der Weidigschule wird durch Tutorengruppen der Oberstufe finanziert: 5-7 Kurse pro Jahr spenden je 70 € zur Finanzierung der Schulgebühren benachteiligter SuS und der Verbesserung der Bildungsinfrastruktur vor Ort. Bedingt durch die Umstellung von G8 auf G9 fällt jedoch für drei Jahre ein unterstützender Jahrgang weg. Die entstehende Finanzierungslücke sollte geschlossen und eine zusätzliche Unterstützung langfristig implementiert werden. Es wurde die Idee entwickelt, Sammelboxen für in der Schule anfallendes Pfand aufzustellen und die „Einnahmen“ daraus für das Togo-Projekt zu spenden.

Die Schülerinnen und Schüler des WPU Kurses Biologie Klasse 9 wurden umfassend über die Idee und Maßnahmen des von Oberstufenschülern ins Leben gerufene Togo-Projekt informiert. In der Schule wurden vier ausrangierte Mülltonnen vom WPU-Kurs als große Spendenboxen aufwändig umgestaltet und an zentralen Orten der Schule aufgestellt. Der Kurs entwickelte einen Flyer und informierte alle Ebenen der Schulgemeinde über das Projekt. In den folgenden Monaten mussten die Sammeltonnen regelmäßig entleert (und leider auch von Müll befreit) werden und das Pfand in Geld getauscht werden. Um die Idee in die Öffentlichkeit zu tragen, informierte der WPU-Kurs im Rahmen der „Deutsche(n) Aktionstage für Nachhaltigkeit“ die Butzbacher Öffentlichkeit am Marktplatz und vor Supermärkten über das Projekt und sammelten auch dabei Spenden für Togo. Um das Projekt längerfristig zu implementieren, wurde im „Umweltschul-Schaukasten“ ein Flaschen-Counter eingerichtet, der regelmäßig über den Sammlungserfolg informierte. Auch wurde ein Artikel für das Jahrbuch der Weidigschule verfasst, um die Sammelaktion wieder in Schwung zu bringen, nach dem die Sammelbereitschaft davor etwas zurückging.

Ein Jahr nach dem Start der Aktion konnte auf diese Weise ein Betrag von knapp 400 € gewonnen werden, welcher den Schulgebühren von 6 Schülern in Togo für ein Jahr entspricht.