Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Weidigschule glänzt mit Ausstellung

„Atelier W“ zeigt bis zum 3. Juni Fill the „Void“! — Max Ernst als Ausgangspunkt

Butzbach – Normalerweise bedeutet Schule, sich auf die Gedanken anderer Menschen einzulassen, Inhalte anzunehmen, sie zu verinnerlichen, sie anzuwenden und, wie im Moment, im Zentralabitur abzurufen. Aber was passiert, wenn alles, was eine Richtung vorgibt, als „Void“ – im Englischen „Leere“ bezeichnet werden kann? Das diesjährige selbstgewählte Thema der Künstlergemeinschaft Atelier W der Butzbacher Weidigschule beschäftigte sich nämlich genau mit dem, was Max Ernst als „Die Angst vor der weißen Leinwand“ bezeichnet hat. Das berichtet die Schule.
Das Atelier W, das sind Joelle Aldiban, Emil Angelstein, Naya Kabbash, Anja Lembke, Alexander Lumina, Paula Neundorfer, Lucy Wynohradnyk, Katharina Bolender, Daria Bilenko, Amelie Heipel, Sanja Schaaf, Leandra Usic und Mia Krok unter der Leitung von Kunstlehrerin Gudrun Salz, die im Geiste der Galerie511 das Atelier W entwickelt und somit die 41. Kunstausstellung seit 1998 in Folge ermöglicht hat.
Verschiedene Techniken erprobt
Das künstlerische Schaffen der AG und die ausgestellten Ergebnisse sind dabei so individuell wie ihre Teilnehmer: Von manchen Schülerinnen und Schülern wurden sofort Assoziationen wie „Dunkelheit“ und „Nichts“ aufgegriffen, was sich in den düsteren, aber auch durch den Einfluss des japanischen Manga-Stils geprägten Werken von Daria und Katharina zeigt. Andere wie Alex, mittlerweile in der Oberstufe, aber schon seit Klasse 10 dabei, gingen in die RiChtung von Experimenten mit Perspektive, Porträts und Charakterdesign. Auch Mischtechniken wie Collagen, plastische Arbeiten aus Ton oder dem 3D-Drucker und Acrylmalereien sind dabei – jedes Werk zeigt dabei, wie das „Void“ durch jeden einzelnen von ihnen mit Bedeutung gefüllt wurde und wie sie die „Angst vor der weißen Leinwand“ überwunden haben.
In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wird klar, wie wichtig es für sie ist, in einer anregenden Umgebung zu arbeiten, mit genügend Zeit und Raum, aber auch breit gefächerten Materialien und entsprechender Freiheit. All dies biete ihnen das Atelier W, und gerade das mache die AG und Kunst auch aus Sicht von Eltern und Ehemaligen zu „einem der wichtigsten Lehrinhalte, weil sie den Kindern im Gedächtnis bleiben“, so zum Beispiel Arndt Riebeling. Die AG unternimmt auch Exkursionen zur Städelschule, ermöglicht Workshops zu verschiedenen künstlerischen Schwerpunkten und formt durch jede neue Ausstellung das, woran sich Ehemalige noch Jahre nach dem eigenen Schulabschluss gerne und mit Begeisterung erinnern.
„Gerade die Kunst ist es, die viele Leerstellen bietet, denn jeder Betrachter füllt die Leere mit seinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Träumen aus. Dies ist unsere ganz individuelle Antwort auf den Aufforderungscharakter von Kunst – ganz gleich, in welcher Form sie uns gegenübertritt“, sagt Schulleiterin Barbara Plock, und wirbt damit für die diesjährige Ausstellung in Raum 511.
Die Eröffnung der Ausstellung fand am Dienstagabend statt, und die Türen der Weidigschule und des Ateliers W bleiben für Interessierte weiterhin geöffnet. Für Besucher ist die Ausstellung noch bis zum Mittwoch, 3. Juni, von Montag bis Freitag zu den Pausenzeiten der Schule (9.20-9.35 sowie 11.10-11.25 Uhr), donnerstags zwischen 18 und 20 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung unter Tel. 06033/91170 oder unter Galerie511@web.de geöffnet.

pm

Butzbacher Zeitung, 23.05.2026

Ein Blick in die Kunstausstellung „Fill the „Void“ im Atelier W in der Weidigschule Butzbach.

PM