Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach
„Bleibt neugierig, aber nicht naiv“
Abiturzeugnisse für Weidigschüler mit Blick auf Demokratiepionier
Butzbach – Wenn die wirkmächtige „Star Wars“-Musik „Imperial March“ laut durch die Lautsprecher donnert, wissen die Schüler der Weidigschule: Jetzt wird’s offiziell. Es erscheint dann Barbara Plock. Früher einmal zum Spaß eingespielt, ist es zum „Running Gag“ geworden und Ausdruck des Respekts der Schüler, über den sich die Schulleiterin mit einem Schmunzeln im Gesicht zu Recht freuen darf.
Sie eröffnete die feierliche Veranstaltung im Butzbacher Bürgerhaus zur Übergabe der Abschlusszeugnisse an die diesjährigen Abiturienten. Es sei der erste große Meilenstein in ihrem Leben und der Startschuss für einen Neubeginn. Plock würdigte die „unermüdliche Arbeit“ der Eltern und Angehörigen. Die „anstrengende Schulzeit des Kindes“ sei nun vorbei, „ich beglückwünsche Sie zu der wunderbaren Leistung Ihrer Töchter und Söhne“.
Das Beste in den Schülern aktiviert
Es war ihr sichtlich ein Herzenswunsch, sich auch bei den Lehrerkollegen und Tutoren zu bedanken, „das Beste in euch, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, zu aktivieren“; bei den beiden Studienleitern, Janina Köhler und Sebastian Wirth, „Dinge 100-mal erklären zu müssen, weil junge Menschen manchmal einfach nicht zuhören“; bei Christian Pfeiffer für die Organisation der schriftlichen und mündlichen Prüfungen und schließlich bei den Fachlehrern und -bereichsleitern, die „in den letzten zwei Wochen unablässig geprüft haben“.
Kirsten Reuter, Vorsitzende des Schulelternbeirates, zeigte sich beeindruckt von „den Mündlichen“, bei denen sie selbst dabei war. Die Schüler hätten nur 30 Minuten Zeit gehabt, ihre Ergebnisse vorzubereiten. Ironisch gestand Plock, dass sie diese mitunter zu völlig neuen Erkenntnissen geführten hätten. So habe ein Prüfling ernsthaft versucht, die Kommission davon zu überzeugen, dass Donald Trump kein Amerikaner sei. Andere erklärten, dass der erste Stillstand im Leben komme, wenn man tot sei oder Woyzeck „nicht so wirklich geistlich unterwegs“ sei. Plock wünschte den Abiturienten die Fähigkeit, dem Leben – hier könnte sagen: weiterhin – mit Humor zu begegnen und über sich selbst lachen zu können.
Studienleiterin Janina Köhler erinnerte an die Taten Weidigs, des Namensgebers des Gymnasiums, „die uns heute noch zusammenbringen“, und machte den Abiturienten Mut, „kritisch zu bleiben, aber nicht ablehnend, neugierig, aber nicht naiv“ und verantwortungsvoll Position zu beziehen.
Sie erinnerte daran, dass kein Erfolg im luftleeren Raum entstehe, sondern „hinterjedem von euch Menschen stehen, die euch unterstützt, gefördert und gefordert haben. Nehmt euch einen Moment, und lasst sie eure Dankbarkeit spüren“. Reuter betonte liebevoll: „Ich stehe hier auch als Mama: Man zittert mit. Vielen Dank an euch Eltern, ihr seid ein großer Teil des Erfolgs eurer Kinder.“
Köhler wies auch auf die Herausforderungen durch künstliche Intelligenz hin und appellierte an die Abiturienten, die neuen Werkzeuge kennenzulernen, ihre Grenzen zu hinterfragen und sich an den gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen.
„Egal, wohin das Leben uns führt“, zeigte sich Sophie Hampl aus der Schülerschaft optimistisch. „Ich hoffe, dass wir mutig bleiben, an uns glauben und nicht vergessen, wie weit wir schon gekommen sind. Und denkt immer daran: Auch in Schlappen kann’s klappen!“
rf
Ehrenpreise für erfolgreiche Weidigschüler
Der Chemie-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), der größten Kontinentaleuropas, wurde überreicht von Fachsprecher Dr. Marcus Knapp an Tara Krick, Aaron Wagner und Lucia te Molder. Der Preis besteht aus einer einjährigen Mitgliedschaft mit monatlicher Zusendung der Zeitschrift „Nachrichten aus der Chemie“.
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft vergibt den Preis in Physik. Er wurde überreicht von Fachsprecher Felix Wasserhess an Arne Bauer, Simon Gans, Simon Ludwig, Paul Guckert, Dennis Wirl und Totnan Hildebrand und besteht ebenfalls aus einer einjährigen Mitgliedschaft mit monatlicher Zusendung der Zeitschrift „Physik Journal“.
In Vertretung des Fachsprechers für Biologie, Lothar Jakob, verkündete Fachbereichsleiterin für die Naturwissenschaften, Dr. Anke Ordemann, den Karl
von-Frisch-Preis des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin. Über die Vergabe entscheidet der Verband selbst; die Kriterien dafür sind streng: mindestens 14 Punkte in allen Halbjahren der Qualifikationsphase und im schriftlichen Leistungskurs Abitur. „Umso mehr“, so Ordemann, „freuen wir uns, dass Marie Sauer all diese Kriterien erfüllen konnte.“ Auch hier besteht der Preis aus einer einjährigen Mitgliedschaft mit monatlicher Zusendung der Zeitschrift „Biologie in unserer Zeit“, der auf einer zentralen Veranstaltung des Verbandes in Marburg an alle Preisträger Deutschlands übergeben wird.
Der Mathematik-Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) wurde von Fachsprecher Jochen Hildebrand an Simon Gans vergeben—ebenfalls eine einjährige Mitgliedschaft mit Zusendung der Zeitschrift „Mitteilungen der DMV“.
Der Verlag Spektrum der Wissenschaft würdigt jährlich und bundesweit 100 Abiturienten für besondere Leistungen in den MINT-Fächern. Ordemann durfte diesen für die Weidigschule an Leon Rieck vergeben. Er erhält ein einjähriges Abonnement der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“.
Anika Egerer, Schulsportleiterin der Weidigschule, vergab den vom Gymnasium selbst ausgelobten und von Bikes’n’Boards gesponserten Sport-Preis an Lennart Pascal Fischbach für seine Leistungen in Theorie und Praxis und sein ehrenamtliches Engagement als Jugendtrainer.
Benedikt Kahnert ehrte für den Verein der Freunde und Ehemaligen der Weidigschule die sechs besten Abiturienten: Totnan Hildebrand, Tara Marie Krick, Simon David Ludwig, Rebecca Riebeling, Leon Rieck und Marie Sauer. Alle bestanden mit der Endnote 1,0.
Dieselben Abiturienten erhielten einen Gutschein über 100 Euro von der Clermont-Müller-Reißner-Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, herausragende Leistungen zu würdigen.
Dr. Folke Werner vom Rotary Club Bad Nauheim-Friedberg vergab den Rotary-Abiturpreis an Leon Rieck, „der neben seiner Endnote von 1,0 sich in ganz besonderer Weise und mit großem Verantwortungsbewusstsein auch für die Schulgemeinde engagiert“.
Der Scheffel-Preis für das beste Abitur im Leistungskurs Deutsch ging an Stine Löbrich und für das beste Grundkursabitur im Fach Deutsch an Lina Milbrath und Tara Krick. Sie erhalten eine Urkunde des Vereins Deutsche Sprache und einen Buchpreis.
Andrea Schreiber-Guth, Fachbereichsleiterin der Gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, vergab den Carl-DierckePreis des Verbandes der deutschen Schulgeografen, der in Hessen die 50 besten Schüler in Geografie auszeichnet, an Stine Löbrich und Totnan Hildebrand.
Eva Henkelmann für den Leistungskurs Latein übergab einen Buchpreis an die beste Lateinschülerin: Tara Krick.
Matthias Lepper für den Französisch-Leistungskurs ehrte Rebecca Riebeling und Dana Almasri, „die sich mit besonderen Leistungen um die französische Sprache verdient gemacht haben“. Der Preis wurde gesponsert vom Städtepartnerschaftsverein Butzbach.
Die Evangelische Kirche Hessen-Nassau lobte den Preis für die besten Abiture im Fach Evangelische Religion aus. Religionslehrer Patrick Stübiger ehrte damit Rebecca Riebeling und Marie Sauer.
rf
Butzbacher Zeitung, 20.06.2026

Die Ehrenpreisträger in den Geisteswissenschaften und die Besten des Abiturientenjahrgangs mit Dr. Folke Werner vom Rotary Club, Benedikt Kahnert (links) sowie Andrea Schreiber-Guth, Matthias Lepper, Eva Henkelmann und Barbara Plock.

Die Ehrenpreisträger in den MINT-Fächern und Sport mit Dr. Marcus Knapp (links), Anika Egerer und Jochen Hildebrand (rechts).
RÜDIGER FANSLAU (5)

Schulleiterin Barbara Plock bedankt sich gerührt bei ihrem gesamten Team.

Abiturient Dennis VVirl spielt „Liebestraum Nr. 3″ von Franz Liszt.

Sophie Hampl betont als Sprecherin der Schülerschaft verbindende Werte.


