Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach
Tumore modern bekämpfen
Experten führen Weidigschüler in anspruchsvolle Thematik der Medizinphysik ein
Butzbach — Im Rahmen einer MINT-EC-Masterclass konnten sich 18 besonders engagierte Weidigschüler aus den Leistungskursen Physik, Biologie und Chemie einen Tag lang in ein relevantes Thema der Medizinphysik vertiefen. Welche Teilchen eignen sich besonders für eine Bestrahlung von Tumoren, und wie erstellt man einen organbezogenen Bestrahlungsplan, lautete die Kernfrage. Das berichtet die Schule.
Angeleitet wurden sie von Lara Dippel vom II. Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, selbst ehemalige Weidigschülerin, und Anna Becker vom Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik der Technischen Hochschule Mittelhessen. Sie hat ihren Masterabschluss an der größten deutschen biomedizinischen Forschungseinrichtung, dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, abgelegt. Die Masterclass ist ein Teil des Angebots des Netzwerk Teilchenwelt, einem Zusammenschluss von Forschungsinstituten der Teilchen-, Astroteilchen- sowie Hadronenphysik aus ganz
Deutschland und der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN, das Jugendlichen und Lehrkräften die Welt der Teilchen erlebbar machen möchte.
Schüler glänzen mit Vorwissen
Zunächst haben Dippel und Becker in zwei Theorieteilen das naturwissenschaftliche Hintergrundwissen anschaulich vermittelt, wobei die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen das Vorwissen der Teilnehmer und die aktive Mitarbeit positiv hervorhoben. Nach der Mittagspause startete der Hands-on-Teil, bei dem in Kleingruppen mit einer leicht eingeschränkten Version der mächtigen anatRad“-Software, mit der komplexe Bestrahlungspläne zur Tumorbekämpfung erstellt werden, gearbeitet wurde.
Die Hadronentherapie ist dabei ein modernes Verfahren der Strahlentherapie zur Krebsbehandlung, bei der Tumore mit geladenen Teilchen wie Protonen oder Kohlenstoffionen bestrahlt werden. Die Methode ermöglicht es, gesundes Gewebe besser zu schonen und Nebenwirkungen zu minimieren, da man die Energie der Teilchen sehr gefielt auf die Tumorregion wirken lassen kann, was insbesondere bei tief sitzenden oder inoperablen Tumoren von Vorteil gegenüber konventionellen Verfahren ist.
Neben der Verständlichkeit des Theorieteils haben die Teilnehmer besonders den Praxisteil hervorgehoben, in dem sie viel Neues lernten und erfuhren, wo physikalische Inhalte anwendbar sind, berichtet die Schule. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer davon, dass die Strahlentherapie tatsächlich regelmäßig in der Krebsbehandlung eingesetzt wird. Sehr positiv wurde auch der medizinische Bezug gelobt, da dieser bei vielen Schülern auf großes Interesse trifft, aber traditionell nicht von einem Schulfach abgedeckt ist.
Zusätzlich bereichernd war der unkomplizierte Kontakt zu Wissenschaftlern von regionalen Hochschulen, da für die Oberstufenschüler die Frage ansteht, in welche Richtung sie sich nach dem Abitur beruflich orientieren möchten. Angesichts der durchweg positiven Resonanz und des großen Interesses werden die Hochschulen sicher erneut gebeten, diese MINT-EC-Masterclass anzubieten, heißt es in der Mitteilung.
MINT-EC
Das MINT-EC-Netzwerk ist ein nationales Exzellenzprogramm für Schulen mit herausragendem mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil in der Sekundarstufe II. Darunter ist die Weidigschule Butzbach. Ziel des Netzwerkes ist es, Schülern ebenso wie Lehrkräften und Schulleitungen ein erstklassiges Angebot in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bereitzustellen.
pm
Butzbacher Zeitung, 29.04.2026

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen mit den Oberstufenschülern der Weidigschule während der Masterclass Medizinphysik.
PM


