Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Schüler erhalten Hausaufgaben online

Weidig- und Schrenzerschule auf Unterrichtsausfall wegen Coronavirus-Schließung gut vorbereitet

BUTZBACH (thg). Die Weidig- und die Schrenzerschule haben sich auf den sich am Freitag abzeichnenden Unterrichtsausfall vorbereitet. Auf digitalen Kommunikationswegen erhalten die Schüler Aufgaben, die sie erledigen müssen.
Die Schulleiterin des Butzbacher Gymnasiums, Annette Pfannmüller, sagte schon gestern Mittag auf die Frage, ob sie davon ausgehe, dass nächste Woche regulärer Unterricht stattfindet, knapp: „Nein.“ Achim Schwarz-Tuchscherer, Leiter der Butzbacher integrierten Gesamtschule erhielt während des Telefonats mit der BZ die Information, dass ab Montag ab Klasse sieben kein Unterricht mehr stattfinden solle, für die Jahrgänge fünf und sechs aber noch am Montag und Dienstag. Gestern nahmen alle Schrenzerschüler ihre Bücher mit nach Hause wegen des drohenden Unterrichtsausfalls. Für das Online-Schulportal Lanis sollen die Schüler nun Zugangsdaten erhalten, mit denen sie auf die Aufgaben zugreifen können. Einmal pro Tag sollen sie darauf zugreifen. „Die Schüler sollen nicht fünf Wochen Ferien haben“, stellte Schwarz-Tuchscherer klar. Darin ist sich das Kollegium der Schule einig.
Abiturienten sollen an der Weidigschule ab Montag nicht mehr erscheinen, damit sie die Prüfungen, die am Donnerstag beginnen, absolvieren können. Diese Regelung des Kultusministeriums, die die Abiturienten vor einer häuslichen Isolierung schützen soll, bestätigte Pfannmüller. Sie betonte, dass sie großes Vertrauen in das Kultusministerium habe, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden. „Wir fliegen auf Sicht“, habe dort ein Mitarbeiter kürzlich gesagt. Das bedeute, dass man nicht als Passagier, sondern als Pilot im Flugzeug sitze. Auch die Weidigschüler werden online mit Aufgaben versorgt, den Eltern werden die entsprechenden Zugänge zum System „Wtkedu“ mitgeteilt. Notfallpläne seien bereits erstellt worden.
Exkursionen und Fahrten sind für die Weidigschüler gestrichen. Nicht nur eine Fahrt nach Frankreich in diesem Monat, auch die Pompeji-Fahrt im Mai seien abgesagt.
Schwarz-Tuchscherer berichtete, dass er eine nach Südtirol für Ende Februar/Anfang März im Vorfeld abgesagt hatte. Dies wäre die Zeit gewesen, in der sich dort die Entwicklung zuspitzte. Tagesexkursionen hätten in der zurückliegenden Woche noch stattgefunden, die künftigen würden nun nicht mehr laufen. Insgesamt sagte der Pädagoge, es müsse eine „Entscheidung von oben geben“.
Die Stimmung an der Schrenzerschule sei indes nicht hektisch und schon gar nicht panisch. Die üblichen Hygiene-Empfehlungen hingen in den Klassen aus und seien mit den Schülern besprochen worden. In den Räumen gebe es Seifenspender und Einmal-Papierhandtücher. Das sei sonst nicht immer der Fall.
Pfannmüller erklärte, die Schulgemeinde müsse die Nerven behalten. Alle hätten sehr besonnen reagiert. Das sei eine Leistung bei 1200 Schülern und fast 100 Lehrern. Im Kollegium gebe es auch Schwangere, sie habe empfohlen, dass diese Lehrerinnen die Situation abklären lassen. „Alle sind sehr tapfer.“

Butzbacher Zeitung, 14.03.2020