Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Frühblüher-Buffet an der Weidigschule

BUTZBACH. Zwiebeln von Frühblühern setzten die Weidigschüler. Die Pflanzen sollen ab Februar den Insekten Nahrung zur Verfügung stellen.

BUTZBACH (pm). Bedrückende Nachrichten vom Insektenschwund in Deutschland und besorgniserregende Zahlen lösen ein Gefühl von Ohnmacht aus. Dabei ist es manchmal ganz einfach möglich, sich für den Erhalt der Biodiversität vor Ort zu engagieren, so mit einem Frühblüher-Buffet an der Weidigschule.

Rolf Schrittenlocher vom Imkerverein Butzbach lud vor einigen Wochen Klassen und Kurse der Weidigschule einlud, eigenhändig das Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln & Co. zu erweitern, die als fleißige Bestäuber nichts weniger tun, als unsere Nahrungsgrundlage zu sichern. Kostenfrei konnten interessierte Gruppen größere Mengen an Krokuszwiebeln bekommen, um sie auf dem Schulgelände zu setzen.

Die Klassen 5a (Jennifer Beuschel), 5b (Lena Kuhlbörsch), 5d (Dr. Beate Wehn), 7a (Rita Kohl), 8a (Dr. Joachim Tröll) und die Tutorengruppe Biologie (E-Phase) von Anika Egerer folgten der Einladung. Sie haben Boden aufgehackt, Grasnarbe abgetragen, Pflanzgefäße vor Klassenraumfenstern und auf dem Schulgelände auf Vordermann gebracht und inzwischen weit mehr als tausend Krokuszwiebeln gesetzt.

Schüler der 5d brachten im Rahmen einer Pflanzaktion für Schulen der Bienenretter Manufaktur (Frankfurt) neben Krokussen auch noch Blausternchen- und Traubenhyazinthenzwiebeln aus.

Warum ausgerechnet Krokus, Blausternchen und Co.? Wenn die Natur im zeitigen Frühjahr gerade erst aus der Winterstarre erwacht, sind u.a. erste Bienen und Hummeln schon auf der Suche nach Nektar und Pollen und dankbar für jeden unerschrockenen Frühblüher, der sein Blütenköpfchen aus der noch kalten Erde streckt. Das ist manchmal bereits im Februar der Fall. Da sind Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse und andere Frühblüher willkommene Verpflegungsstationen.

Sie sichern den Aufbau der Hummel- und Bienenvölker im Frühjahr. Aber auch solitär lebende Wildbienen profitieren von Frühblühern in Gärten oder eben auf einem Schulgelände. Wer den Tisch für Insekten reich decken will, muss damit im Herbst beginnen.

Butzbacher Zeitung, 20.11.2019