Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Erkundungen im "Teilchen-Zoo"

 MINT Gießener Forscher geben an Weidigschule für Gruppe von fünf Schulen Physik-Workshop 

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BUTZBACH. Zu einem Workshop zur Teilchenforschung kamen Schüler von mehreren Mint/EC-Schulen am Butzbacher Gymnasium zusammen.

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Die Schüler unternahmen an der Weidigschule in Gruppen unter anderem ein "Nebelkammer"-Experiment

BUTZBACH (br). Eine seltene Gelegenheit erhielten 28 Schüler in der Weidigschule Butzbach. Sie untersuchten mit Unterstützung von Wissenschaftlern mit einem professionellen Analyseprogramm Daten, die in einem Großforschungszentrum aufgenommen wurden. Zu einem „Mint-EC-Forum Teilchenphysik Masterclass“ waren drei Mitarbeiter von Professor Dr. Michael Düren des II. Physikalischen Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen nach Butzbach gekommen. Die teilnehmenden Schüler aus mehreren regionalen Mint-EC-Schulen erhielten spannende Einblicke in die Welt der Teilchenphysik. Dr. Mustafa Schmidt vermittelte anschaulich, aber auf hohem Niveau zur Vorbereitung grundlegende Begriffe und Methoden der Teilchenphysik und resümierte den Stand der Forschung zu Elementarteilen und deren Wechselwirkung. Die Gruppe festigte die neuen Erkenntnisse anhand eines Puzzles zum Teilchenzoo. Anschließend folget ein Überblick über die Funktionsweise von Teilchenbeschleunigern und Detektoren unter anderem die Forschung am Cern, der europäischen Organisation für Kernforschung. In Kleingruppen bauten und betrieben die Schüler selbstständig Nebelkammern. Mit diesen Kammern kann man ionisierende Strahlung nachweisen und, indem man den Weg von geladenen Teilchen sichtbar macht, anhand der Bahn Aussagen über Masse, Ladung und Energie der beteiligten Teilchen treffen. Im Computerraum werteten die Teilnehmer mit dem Programm Hypathia reale, professionell erhobene Detektordaten aus dem Cern aus und suchten nach Wechselwirkungen von Teilchen. Mit Schmidt, Dr. Marc Strickert und Dr. Davide Cetorio standen gleich drei auf dem Gebiet der Teilchenphysik erfahrene Wissenschaftler zur Beantwortung der individuellen Fragen der Schüler zur Verfügung, sodass keine Unklarheit blieb. Alle Schüler erhielten Bescheinigungen, die für die Erlangung eines Mint-EC-Zertifikats angerechnet werden können. Die Rückmeldungen der Schüler waren durchweg positiv. Eine Schülerin empfand die Datenauswertung als den faszinierendsten Teil der Masterclass. Denn so etwas habe sie noch nie gemacht. Vorher habe sie gedacht, dass dies sehr kompliziert sei, und sie habe sich gefragt, wer so etwas leiste. Nun habe sie es selbst machen dürfen, und es sei ihr nicht schwergefallen. Aufgrund der gelungenen Veranstaltung sind die fünf beteiligten Mint-EC-Schulen – neben der Weidigschule die Goetheschule Wetzlar, das Johanneum Herborn, das Philippinum Weilburg und die Martin-Luther-Schule Marburg – optimistisch, dass die Teilchenphysik-Masterclass auch im kommenden Schuljahr angeboten werden kann. Nachdem im vergangenen Schuljahr die Goetheschule den Kontakt mit Dürens Arbeitsgruppe hergestellt und die erste Veranstaltung dieser Art der fünf Schule koordiniert hat, soll nächster Veranstaltungsort das Johanneum sein. Ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch die Unterstützung des Netzwerks Teilchenwelt, das ein Netzwerk aus 30 Astro-/Teilchenphysik-Forschungsinstituten in Deutschland und des Cern ist, das bundesweit aktuelle Astro-/Teilchenphysik an Jugendliche und Lehrer vermittelt. Das Netzwerk wird gefördert vom Bundesforschungsministerium und der Dr.-Hans-Riegel-Stiftung Bonn, Schirmherrin ist die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Dank galt der Koordinatorin der Veranstaltung, Fachbereichsleiterin Mint der Weidigschule Dr. Anke Ordemann, den Kooperationspartnern von der Uni Gießen, den Ansprechpartnern an den beteiligten Mint-EC-Schulen, dem Mensa-Verein Esspunkt der Weidigschule, dem Förderverein der Weidigschule und Dr. Marcus Knapp für die Zusammenarbeit.

(c) by Butzbacher Zeitung, 06.02.2019

 

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