Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Die Schüler Weidigs

Heute: Arnold Wendel und die Gebrüder Zeuner



BUTZBACH. Paul Wilhelm Zeuner (1803-1883), Gedicht mit aquarellierter Zeichnung für ein Butzbacher Stammbuch vom 4. Februar 1829.

BUTZBACH. Interessant ist das Schicksal der Schüler des Butzbacher Freiheitskämpfers Dr. Friedrich Ludwig Weidig. Heute stellen wir Arnold Wendel und die Gebrüder Zeuner vor.

Arnold Wendel

Geboren 2. Juli 1817 Butzbach, gestorben 11. Dezember 1868 Butzbach. Bäcker und (später) Mühlenbesitzer aus wohlhabender Butzbacher Bürgerfamilie. Nach seiner Lehre war er 2 Jahre lang in London als Bäcker tätig. In den Jahren 1843-1845 Weltumsegelung, dabei besuchte er die ausgewanderten und verbannten Weidig-Schüler in Nordamerika und Australien. 1846 unternahm er .eine ausgedehnte Orientreise. Seine Reiseeindrücke hat er in ausführlichen Beschreibungen festgehalten, die bereits teilweise im „Frankfurter Journal" veröffentlicht wurden. 1847/49 sollte Arnold Wendel 2. Vorsitzender des Oberhessischen Demokraten-Kongresses werden, auf dem er Butzbach vertritt. Er lehnte den Vorsitz allerdings ab. Von 1867 bis 1868 Reichtagsabgeordneter des Norddeutschen Bundes in Berlin für die Provinz Oberhessen, Wahlkreis 2. Er stirbt jedoch bereits kurz nach Übernahme des Reichstagsmandats. Im Jahr 1860 heiratete er M. Lang geb. Matern. - Arnold Wendel gehörte ebenfalls zum engeren Weidig-Schülerkreis. Wendel las 1834/35 Bauern in den Nachbardörfern Butzbachs, die nicht lesen konnten, aus Büchners und Weidigs revolutionärer Flugschrift "Der hessische Landbote" vor.

Die Gebrüder Zeuner

Das Elternhaus der Gebrüder Zeuner befindet sich in der Weiseler Straße, und zwar südlich neben dem mächtigen Barockhaus; das wohl 1741 als landgräflich-hessischen Rentamt an der Ecke zur Roßbrunnengasse erbaut wurde. Im (nicht mehr vorhandenen) Hinterhaus (zum Roßborn hin gelegen) befand sich die Spritzenmacher- und Gürtlerwerkstatt der Brüder. Hier versteckte die Familie Zeuner in einer Dachbodenkammer etliche Tage den flüchtigen Theologiestudenten Eduard Scriba (Deckname: Schwick; 1808-1837), bis er über Heidelberg ins sichere Straßburg, später in die Schweiz fliehen kann. Georg Büchner übernachtete in der Nacht vom 4./5.8.1834 im Zeunerschen Haus in der Weiseler Straße. Nach eigener Aussage Büchners vor dem Universitätsrichter (Georgi) in Gießen kam er in der Nacht vom 4. auf 5. August 1834 gegen 22.00 Uhr in Butzbach an und hat bei (Karl) Zeuner übernachtet.

(c) by Butzbacher Zeitung, 10.05.2008

 

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