Homepage der Weidigschule erhält Sonderpreis des Kultusministeriums
Kein Grund für eine Majestätsbeleidigung
Wenn Schüler die Lehrer überflügeln: Kultusministerin ehrt Hessens beste Schulhomepages
FRANKFURT A. M. "In technischen Fragen sind die Schüler oft besser als ihre Lehrer, aber das sollten diese nicht als Majestätsbeleidigung ansehen", sagte Kultusministerin Karin Wolff (CDU), als sie am Freitag in Frankfurt 15 Schulen aus Hessen für deren Internet-Seiten auszeichnete. Viele der preisgekrönten Seiten waren von Lehrern und Schülern gemeinsam erstellt worden. Die Dominanz der Jungen führte zu interessanten Ergebnissen, wie beim Gymnasium aus Marburg: Dessen Internet-Seite wurde von einem Schüler gesponsert, der schon seit der zehnten Klasse eine eigene Internetfirma hat", berichtete der begleitende Lehrer.
Den Wettbewerb "Hessens Schulen im Netz" hatte das Kultusministerium zum ersten Mal veranstaltet. Eine Jury bewertete neben Umfang, Aufbau und Design auch die Übersichtlichkeit von 160 angemeldeten Internet-Seiten. "Vielfach haben es Laien geschafft, professionelle Internet-Auftritte herzustellen", sagte Karin Wolff. Als Belohnung erhielten die Siegerschulen Geldbeträge und Lernprogramme für den Computer. Die Jury lobte die unterschiedlichen Internet-Seiten für "klare Strukturen", "eine einmalige Themenpalette" oder "professionelle Navigation durch die Seiten". Manche Schulen hatten Klausurenternine, Musikdateien des Schulorchesters oder die E-Mail-Adressen ihrer Lehrer auf ihre Internet-Seite gestellt.
Ziel des Wettbewerbs war es laut Kultusministerium, die Eigendarstellung der Schulen zu fördern und ihnen Anreize für anspruchsvolle Internet-Auftritte zu geben. Die Siegerschulen sind die "Käthe-Kollwitz-Schule aus Gießen (im Bereich Grundschule), die offene Schule Babenhausen (Mittelstufe), das Gymnasium Philippinum aus Marburg (Gymnasium), die Georg-Kerschensteiner-Schule aus Obertshausen(Berufsschule), die Max-KirmsseSchule aus ldstein (Sonderschule) und das Marianum aus Fulda (Privatschule).
Sonderpreise gingen an je zwei Schulen aus Frankfurt und Butzbach (Weidigschule und Stadtschule) sowie an Schulen in Wiesbaden. (Oranienschule), Bad Nauheim (Frauenwaldschule), Bad Hornburg (Friedrich-Ebert-Schule). Den Sonderpreis für die "originellste Darstellung" erhielten acht Jungen der Friedrich-Ebert-Schule in Bad Homburg. Die Grundschüler der dritten und vierten Massen haben bei einer Projektwoche zusammen mit einem Vater und Computer-Spezialisten den Internet-Auftritt Ihrer Schule entwickelt - mit Grafiken, Bildern und Texten aus dem Schulleben, Mathe-Quiz und Spielecke sowie dem täglichen Wetterbericht.
Die Frauenwaldschule im Bad Nacheimer Stadtteil Nieder-Mörlen hat sich einen Namen als Umweltschule gemacht. Die vielen Aktionen und Projekte sind übersichtlich auf der Homepage zusammengefasst, die als beste Umwelt-Seite prämiiert wurde.
Professionell gemacht ist die Internet-Seite der Weidigschule Butzbach, die für ihre umfangreichen interaktiven Elemente ausgezeichnet wurde. Die Gymnasiasten haben unter anderem einen eigenen Chatroom eingerichtet.
Die Klasse 3a der Stadtschule Butzbach überzeugte die Jury mit ihrer Klassen-Homepage. Die Seite besticht durch originelle Illustrationen. Der Clou ist das von den Kindern geschriebene und gemalte virtuelle Bilderbuch "Pauline". Ihe/che/tob
Frankfurter Rundschau, 16.02.2002
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