Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Sport, Klavier, Theater und Oper, aber auf jeden Fall weiter schreiben

Lea Rösner aus Butzbach ist Ovag-Literaturpreisträgerin und will auch 2012 teilnehmen



BUTZBACH. Lea Rösner ist Preisträgerin des Ovag-Literaturpreises 2011.

BUTZBACH (pm). Sie wirkt so still und schüchtern, wie sie sich ihre Haare hinter ihr rechtes Ohr klemmt. Fast ein wenig unscheinbar. Lea Rösner ist 16 Jahre alt, wohnt in Butzbach, besucht die elfte Klasse der Weidigschule und zählt zu den Gewinnern des Jugend-Literaturpreises 2011 der Ovag. "Schüchtern?", fragt sie. Ihre hochgezogenen Augenbrauen schreien Widerspruch. Zugegeben, manchmal würde sie ihre Meinung schon gerne etwas direkter sagen können. Aber daran, dass sie selbstbewusst ist und sich Gedanken macht, sollte niemand zweifeln.

Denn Lea hat sich beim europäischen Jugendparlament angemeldet, das in regelmäßigen Abständen Sitzungen veranstaltet. "Im September war eine fünftägige Veranstaltung in Wiesbaden. Da treffen sich 60 bis 100 Jugendliche aus ganz Europa und simulieren das europäische Parlament." In Wiesbaden lautete das Überthema "Migration". Lea hat die Problematik der EU-Außengrenzen und den Umgang mit Flüchtlingen behandelt, eine Resolution dazu verfasst und diese später im Plenum diskutiert. "Wenn wir in Europa mehr zusammen arbeiten würden, könnten wir diese Probleme viel besser in den Griff bekommen." Will sie denn später in das "richtige" europäische Parlament? „Ich weiß noch gar nicht, was ich beruflich machen möchte", sie zuckt mit den Schultern. "Auf jeden Fall will ich viel reisen und etwas von der Welt sehen."

Lea geht diversen Hobbys nach. "Ich spiele Badminton, ab und zu auf Turnieren. Seit ich in der dritten Klasse bin, nehme ich Klavierunterricht, und ich klettere sehr gerne." Im Winter in einer Kletterhalle, im Sommer kraxelt sie zum Beispiel an den Eschbacher Klippen. Mit einem ihrer Hobbys war Lea 2011 besonders erfolgreich: Mit dem Schreiben. "Ohne lesen kann man nicht schreiben. Ich mache beides viel und gerne." Lea ist aktiv in der Schülerzeitung, die an ihrer Schule monatlich erscheint.

Die Geschichte, mit der sie beim Jugend-Literaturpreis gewonnen hat, trägt den fast melancholischen Titel "Sommerregen" und handelt von einem Geschwisterpaar, das bislang nichts von sich wusste und mit der lebensbedrohlichen Krankheit einer der beiden konfrontiert wird. "So richtig mit dem Geschichtenschreiben angefangen habe ich in der siebten Klasse", erinnert sich Lea. Am besten könne sie zu Hause schreiben, an ihrem Computer. "Es war das erste Mal, dass ich einen Text beim Wettbewerb der Ovag eingesendet habe und ich freue mich sehr, dass ich es direkt unter die Gewinner geschafft habe."

Der Literatur-Workshop in Bad Kissingen, der mit diesem Gewinn verbunden war, hat viel gebracht. "Mein Text wurde deutlich besser", Lea nickt, "und die Tage haben wirklich Spaß gemacht." Dabei kommt ihr zugute, dass sie aufgeschlossen und unvoreingenommen auf ihre Mitmenschen zugeht - was in Anbetracht der

Enge und der Intensität der Arbeit auch gar nicht anders funktionieren würde, denn "auch wenn es nur in einer kleinen Gruppe ist: An seinem Text zu arbeiten, ist etwas sehr Persönliches."

Evita und Tarzan sind Musicals, die Lea schon besucht hat, genauso wie eine Aufführung des Urfaust. "Ich würde gerne viel öfter ins Theater oder in die Oper gehen", sagt sie. Für eine Sechzehnjährige ein ungewöhnlicher Wunsch. Noch am selben Abend fährt sie mit ihrem Vater nach Frankfurt, um dort ein Mozart-Konzert zu erleben.

Lea verbringt jedoch den Großteil ihrer Zeit wie ihre Altersgenossen auch. "Am Wochenende liebe ich es, Zeit mit Freunden zu verbringen. Ich brauche da einen Mix: Zeit für mich, Zeit für Freunde und Zeit für die Familie." Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: "Und natürlich Zeit zum Klavierüben." Außerdem steht fest: "Ich würde sehr gerne wieder beim Jugend-Literaturpreis teilnehmen."

Informationen zum Jugend-Literaturpreis der Ovag 2012 sind erhältlich unter 06031/821222 und matle@ovag.de.

(c) by Butzbacher Zeitung, 06.01.2012

 

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