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Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach "Dann nimmt niemand einen Obdachlosen mit langem Bart." May Bryan fuhr mit dem Fahrrad von Hamburg nach Bad Nauheim / Weidigschüler interessiert |
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BUTZBACH (thg). Im Religionsunterricht der Klasse 7c der Weidigschule von Pfarrer Jörg Wiegand berichtete am Montag ein Obdachloser über seine Erfahrungen. Mit dem Fahrrad ist Max Bryan seit mehr als acht Wochen von Hamburg aus unterwegs gewesen. Derzeit hat er zumindest vorübergehend eine Übernachtungsmöglichkeit in einem Zimmer in Bad Nauheim, um nicht bei der klirrenden Kälte die Nacht im Freien verbringen zu müssen. Auch in der Butzbacher Markusgemeinde hat er zwei Nächte geschlafen, davor in der August-Storch-Hütte auf dem Schrenzer. Wiegand hatte dem Mann vor dem Auftritt im Religionsunterricht versichert, er wolle ihn nicht wie ein exotisches Tier ausstellen. So willigte Bryan ein und erzählte seine Geschichte, passend zum Thema Armut, das Wiegand in der Klasse gerade im Rahmen des Oberthemas "Diakonie" behandelt. Bryan stellte dar, wie er seine Obdachlosigkeit erlebt. Die Schüler stellten Fragen nach ganz praktischen Dingen wie dem-Umgang mit der Kälte oder wie er an Geld komme. Auch zeigten sich die Schüler zur Hilfe bereit. Einer wusste von einer leerstehenden Wohnung in seinem Heimatort. Wiegand behandelt das Thema im Unterricht weiter, bespricht mit den Schülern noch weitere Fragen. Obdachlosigkeit ist in Butzbach so gut wie nicht vorhanden, ist Wiegands Erfahrung. In der Stadt gebe es anders als in Gießen oder Friedberg keine Strukturen oder eine Auffangstelle. "Wer hier auf der Durchreise ist, sieht zu, dass er schnell weiterkommt", sagt, der Pfarrer, bei dem äu-ßerst selten einmal ein Obdachloser anklopft. Vor 20 Jahren hat Max Bryan in Bad Nauheim in einem Reisebüro gelernt, erzählte der Wohnungslose der BZ. Eine sehr schöne Zeit sei das gewesen. Deswegen wollte er zurück dorthin und eine Wohnung mieten. Aber das hat nicht funktioniert. Der Grund: Max Bryan hat kein Geld und seit rund anderthalb Jahren schon keinen festen Wohnsitz mehr. Der 36-Jährige hat auch schon in verschiedenen Städten und Gemeinden auf seiner Tour versucht, eine feste Unterkunft zu bekommen. Der Erfolg ist gleich null. "Unter 380 Euro, maximal 50 Quadratmeter", beschreibt er die Vorgaben der Hartz-IV-Behörden. Doch von dieser Unterstützung lebt er schon seit gut vier Wochen nicht mehr, weil er wegen Abwesenheit von Hamburg, wo er bei der Institution gemeldet war, für Januar keine Geldleistung erhalten hat. Nach 15 Jahren, in der er sich mit dem Schreiben philosophischer Texte beschäftigt hat, hat ihm sein Vermieter die Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt, schilderte der Obdachlose. "Ich muss mich alleine auf Wohnungssuche begeben. Das Amt gibt keine Hilfe", beklagte er. Und an einer Station in Nordrhein-Westfalen, wo er fast eine Bleibe sicher hatte, zog der Vermieter ganz schnell sein Angebot zurück, als er erfuhr, dass Bryan auf der Straße lebt. Als Hilfe zur Selbsthilfe hat er die Internetseite "wohnungsmelder.org" initiiert. Da können sich Menschen melden, die den Teufelskreis durchbrechen wollen, der aus "keine Arbeit, keim Geld, keine Wohnung, keine Arbeit" besteht. Er wünscht sich Menschen, die diese "Widrigkeiten übersehen".Und was er schon mehrfach erlebt hat: Wenn er sich auf eine normale Wohnungsanzeige bewirbt, ist er einer von viechen nicht mehr, weil er wegen Abwesenheit von Hamburg, wo er bei der Institution gemeldet war, für Januar keine Geldleistung erhalten hat.. Nach 15 Jahren, in der er sich mit dem Schreiben philosophischer Texte beschäftigt hat, hat ihm sein Vermieter die Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt, schilderte der Obdachlose. „Ich muss mich alleine auf Wohnungssuche begeben. Das Amt gibt keine Hilfe", beklagte er. Und an einer Station in Nordrhein-Westfalen, wo er fast eine Bleibe sicher hatte, zog der Vermieter ganz schnell sein Angebot zurück, als er erfuhr, dass Bryan auf der Straße lebt. Als Hilfe zur Selbsthilfe hat er die Internetseite „wohnungsmelder.org" initiiert. Da können sich Menschen melden, die den Teufelskreis durchbrechen wollen, der aus „keine Arbeit, keim Geld, keine Wohnung, keine Arbeit" besteht. Er wünscht sich Menschen, die diese „Widrigkeiten übersehen".Und was er schon mehrfach erlebt hat: Wenn er sich auf eine normale Wohnungsanzeige bewirbt, ist er einer von vielen. "Dann nimmt niemand einen Obdachlosen mit langem Bart." Aktuell hat er das Angebot erhalten, ein Haus im schweizerischen Bern übergangsweise zu beziehen. "Aber das ist auch keine Lösung." Auch in Butzbach hatte Bryan bislang keinen Erfolg. Und außerdem hat er in der Stadt keinen "geschützten Schlafplatz" gefunden, wo er etwa unter einem Vordach oder auf einer überdachten Bank hätte nächtigen können. Ein junger Mann hatte ihm gesagt, auf dem Schrenzer gebe es die August-Storch-Hütte. Also hat sich der Wohnungslose mit seinem Fahrrad den Berg hinauf auf den Weg gemacht. "Doch nach Einbruch der Dunkelheit fühlte ich mich bedroht", berichtete er. "Wie im wilden Westen" sei es gewesen, als ein Mann ihm zu verstehen gegeben habe, mit einer Kalaschnikovv sein Grundstück zu verteidigen. "Er hat das ernst gemeint", ist der Obdachlose nach einem weiteren Gespräch, das er mit dem Mann geführt habe, überzeugt. Max Bryan ist inzwischen in den Medien präsent, und das nicht erst seit seiner Tour von Hamburg nach Hessen. Vitali Klitschko entdeckte ihn beim Joggen in der Nähe seines Schlafplatzes. Die "Bild" griff die Begegnung auf und brachte den jungen Mann in die Öffentlichkeit. Dieter Bohlen habe ihn in einem niemals im Fernsehen ausgestrahlten "Supertalent"- Casting gemobbt, berichten zudem verschiedene Internetquellen. Außerdem ist Bryan bei Facebook, wo er einen eigenen Blog unterhält. (c) by Butzbacher Zeitung, 03.02.2012 |
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